Projektbeschreibung

Weltweit steht der Schlaganfall auf Platz zwei der Rangliste der Todesursachen und ist Hauptursache für Behinderungen in den westlichen Industrieländern. In Deutschland ist von ca. 160.000 Neuerkrankungen im Jahr auszugehen. Eine effektive Akuttherapie, die Thrombolyse, darf selbst von einem auf Schlaganfall spezialisierten Neurologen nur in einem sehr engen Zeitfenster von drei Stunden nach Krankheitsbeginn und nur bei einer bestimmten Art des Schlaganfalls angewandt werden. Schlaganfälle lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen: Entweder ist das Hirnareal mit Blut akut kritisch unterversorgt, weil sich beispielsweise in einem Gefäß ein Gerinnsel gebildet hat (primär ischämischer Infarkt oder zerebrale Ischämie) oder weil eine Blutung aufgetreten ist (hämorrhagischer Schlaganfall). Nur bei Auftreten eines ischämischen Infarkts und keinen Kontraindikationen kann eine Thrombolyse binnen drei Stunden eingeleitet werden, welche zur vollständigen Rückbildung der Symptome führen kann. Derzeitig wird diese, wegen verschiedener Gründe, aber nur bei ca. 2% aller Betroffenen eingesetzt, so dass die meisten Patienten wegen Behinderungen infolge des Schlaganfalls dauerhaft auf Pflege angewiesen sind.

In dem drei Stunden Fenster muss der Schlaganfall als solcher erkannt werden, die Rettung und der Transport zur richtigen Klinik erfolgen, eine Vielzahl von Entscheidungen getroffen sowie Anamnesen gestellt und Untersuchungsbefunde erhoben werden. Dieser Zeitrahmen lässt keinen Platz für Verzögerungen oder Fehlentscheidungen zu. In Regionen ohne Schlaganfallspezialisten in Sachsen-Anhalt ist die Einhaltung des drei Stunden Zeitfensters deswegen derzeitig fast unmöglich.

Durch den Einsatz der Telemedizin kann diese Situation effektiv verbessert werden und hier setzt das Telemedical Acute Stroke Care (TASC) Projekt an.

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Interaktionszentrum Entrepreneurship Bundesministerium für Forschung und Bildung Förderprogramm ForMat